|
  Dorfmittelpunkt
mit Kirchturm heute und ca. 1930.
Vorwerk Bernhardinenhof
Den jetzt freien Dorfmittelpunkt bildet ein Gebäudekomplex, der durch
eine Kastanienallee mit dem Vorwerk verbunden war, das auf einer kleinen Anhöhe
liegt. Das Vorwerk war das Gut Bernhardinenhof, das zum Rittergut zu Briesen gehörte.
Es wurde im Jahre 1818 von Friedrich Phillip Leopold Ferdinand von Bredow gegründet und nach dessen Frau Bernhardine von Wulfen benannt.
In der Mitte der zwanziger Jahre des 20. JH wurde das Gut wegen
Überschuldung durch seinen bevollmächtigten Verwalter Max Maronde
aufgelöst und anschließend an gleicher Stelle die Feldsiedlung, heute Bergsiedlung,
gegründet.
Eine
bemerkenswerte Einrichtung auf diesem Vorwerk war die Wasserversorgung.
Obwohl das Gelände auf einer
sandigen Anhöhe liegt und weit und breit kein Grundwasser vorhanden ist,
war man an dieser Stelle offensichtlich fündig geworden
und konnte dort einen Brunnen anlegen. Aus diesem Brunnen wurde mit einem
pferdegetriebenen Göpel Wasser in einen Hochbehälter auf dem Rinderstall
gepumpt und von dort über eine Wasserleitung in die Ställe verteilt. Da
sich auf dem Hof eine beträchtliche Menge Vieh befand, darf angenommen
werden, dass der Brunnen sehr ergiebig war. Die genaue Lage des Brunnen
war lange Zeit unbekannt, er wurde jedoch kürzlich bei Renovierungsarbeiten
wieder entdeckt und nach einer oberflächlichen Begutachtung erneut
verschlossen.
Der Bernhardinenhof um ca. 1920, nach Erzählungen erstellt
Bergsiedlung
In den Jahren 1933 - 1935 wurden auf dem Gelände des Bernhardinenhofes
und den dazugehörigen Äckern Siedlungshöfe geschaffen, die jeweils
ca. 20 ha Land hatten. Diese Höfe wurden vornehmlich von der
"Reichstelle für die Auswahl Deutscher Bauernsiedler" in
Münster und Herford angeboten, was dazu führte, dass viele der neuen
Siedler aus Westfalen kamen.
Heute werden die ehemaligen Siedlerhöfe nur noch in geringem Umfang
landwirtschaftlich genutzt. Der einheitliche Baustiel der Höfe, die wie
an einer Schnur ausgerichtet auf einer Anhöhe an der heutigen
"Bergsiedlung" liegen, ist noch klar zu erkennen.
|

Die Bergsiedlung, früher Feldsiedlung |

Das Dorf Brädikow
|
Viele Gemeinden haben eine Kirch ohne Turm, Brädikow
hat einen Turm ohne Kirche.
Die Kirche
von Brädikow war eine, um die Mitte des 18. Jahrhunderts
entstandene, schlichte Fachwerkskirche in
Saalform mit neugotischem Turm von 1868.1976/77 musste der Saal der Kirche wegen Baufälligkeit abgerissen werden. So steht heute nur noch der Kirchturm.
Die landschaftlich reizvolle Lage Brädikows an der
Grenzlinie zwischen Havelländischem Luch und der Hochfläche des Ländchen Friesack lädt geradezu zum Wandern ein. Aber auch ein Ausritt ist möglich, denn in Brädikow und in der näheren Umgebung gibt es Reiterhöfe.
|
(Quelle:
Berliner Morgenpost vom 19. Mai 2000)
War's der Ritter von Bredow - oder
eine Furt?
Ortsnamen: Brädikow |
|
Bereits
von 1364 gibt es eine urkundliche Erwähnung mit dem Namen Boldewino
Bredekow in Rathenow. Es ist allerdings nicht sicher, ob sich dieser
auf das heutige Brädikow bezieht.
Ab
1390 ist die Entwicklung des Namens der Gemeinde bei Friesack sicher
nachzuvollziehen. In diesem Jahr wird Hasso von Bredow zu Friesack
als Besitzer des Dorfes genannt, der ihm möglicherweise eine
Abwandlung seines Namens als Bezeichnung gab. Urkundlich
festgehalten sind: 1390 Bredekow, 1413 Bredeko desolata, 1459
Bredekav, 1495 Bredikaw,
|
1541
Bredikow, 1718 Breeko, 1725 Breekow, 1775 Bredickow und erst
1805 schließlich Brädikow.Ein Beleg von 1412 zeigt, dass es
ursprünglich sogar zwei Dörfer gab, Ober- und
Niederbrädikow.
Geprägt
wurde der Name möglicherweise auch durch die ursprünglich
sumpfige Umgebung, denn von Brädikow aus führte eine Furt
durch das Luch nach Bellin und eine nach Pessin. Diese
Übergänge, die durch Sümpfe und Flüsse führen, waren
ähnlich angelegt wie andere Watstellen, die als Pradikow
(1340 Predikowe) bezeichnet wurden.
|
Sehenswertes und Ausflugsmöglichkeiten in die nähere Umgebung
Copyright Heinz-Dieter Fälker
zuletzt geändert: 15.08.08
|